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Odenwald-Ausflug

Natur & Geologie

Die Eberstadter Tropfsteinhöhle

Buchen-Eberstadt, Neckar-Odenwald-Kreis · Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ein Zufallsfund beim Sprengen im Steinbruch: Seit 1973 kann man die Eberstadter Tropfsteinhöhle bei Buchen besichtigen. Weil sie nie mit Fackeln begangen wurde, sind die Tropfsteine bis heute fast weiß.

Helle Sinterformationen und Tropfsteine an einer Wand der Eberstadter Tropfsteinhöhle
Foto: Rainer Lippert, frei verwendbar, Wikimedia Commons

Auf einen Blick

Lage
bei Eberstadt, Stadtteil von Buchen (Odenwald), am Rand zum Bauland
Entdeckung
Dezember 1971, für Besucher erschlossen bis 1973
Länge
rund 600 m, Führungsweg bis zum Ende des begehbaren Teils
Alter
geschätzt drei bis fünf Millionen Jahre
Gut für
Regentage, Familien, heiße Sommertage

Ein Fund im Muschelkalk

Im Dezember 1971 wurde in einem Steinbruch bei Eberstadt gesprengt. Dabei öffnete sich ein Hohlraum, und dahinter lag eine Höhle voller Tropfsteine. Bis 1973 wurde sie für Besucher hergerichtet, seither ist sie Schauhöhle und eines der bekanntesten Ziele im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.

Die Höhle liegt nicht im Sandstein des Odenwalds, sondern im Muschelkalk des angrenzenden Baulands. Dieses Gestein entstand vor rund 240 Millionen Jahren am Grund eines flachen Meeres aus unzähligen Muschelschalen. Später lief Wasser durch Risse im Kalk, löste ihn auf und weitete die Spalten zu Gängen. Als die Bäche in der Umgebung sich tiefer einschnitten und der Grundwasserspiegel sank, fielen die Gänge trocken. Seitdem tropft kalkhaltiges Wasser von der Decke und baut langsam Tropfsteine auf.

Warum die Tropfsteine so hell sind

In vielen älteren Schauhöhlen sind die Tropfsteine grau oder schwarz verfärbt. Dort wurden Besucher früher mit Kerzen und Fackeln geführt, und der Ruß hat sich festgesetzt. Die Eberstadter Höhle war nach ihrer Entdeckung sofort verschlossen und wurde von Anfang an elektrisch beleuchtet. Deshalb sind die Sinterformen noch überwiegend kalkweiß. Das macht sie zu einer der schönsten Schauhöhlen in Deutschland.

Unterwegs auf dem Führungsweg

Besichtigt wird die Höhle nur mit Führung. Der Gang ist mehrfach abgewinkelt, stellenweise nur etwa anderthalb Meter hoch, an anderen Stellen öffnen sich bis zu sechs Meter hohe Hallen. Die Führer haben vielen Formationen Namen gegeben. Ein Höhepunkt ist die „Hochzeitstorte“, ein Sintergebilde in mehreren Stufen, das fast bis an die Decke reicht. Unterwegs kommt man an einem kleinen Höhlensee vorbei, der nur vom Tropfwasser gespeist wird, und an der „Brause“, einer Stelle, an der fast immer Wasser fällt.

Nach etwa 600 Metern endet die Führung an einer Absperrung. Dahinter ist die Höhle weitgehend so geblieben, wie die Forscher sie bei der Entdeckung vorgefunden haben. Neben der Schauhöhle gibt es in der Nachbarschaft weitere Höhlen; der „Hohle Stein“ ist auf über drei Kilometern vermessen, für Besucher aber nicht zugänglich.

Praktische Hinweise

  • Nehmen Sie eine Jacke mit, auch im Hochsommer. In Höhlen bleibt die Temperatur das ganze Jahr über niedrig und gleichmäßig.
  • Die Wege sind feucht. Feste Schuhe mit Profil sind besser als Sandalen.
  • Führungszeiten und Eintrittspreise ändern sich je nach Saison. Prüfen Sie sie vor der Anfahrt bei der Stadt Buchen oder beim Betreiber.
  • Für Kinderwagen ist der Gang wegen der Treppen und engen Stellen nicht geeignet.

Die Höhle ist ein gutes Ziel für Tage, an denen das Wetter für eine Wanderung nicht reicht. Bei schönem Wetter lässt sie sich mit dem Katzenbuckel verbinden, dem höchsten Berg des Odenwalds, oder mit den Spuren des Odenwaldlimes, der ganz in der Nähe verlief. Mehr zu Planung und Jahreszeiten steht im Ratgeber Ausflug in den Odenwald planen.

So kann der Tag aussehen

  1. VormittagFührung durch die Höhle, Dauer etwa eine Stunde
  2. MittagEinkehr in Buchen, Bummel durch die Altstadt
  3. NachmittagLimes-Spuren bei Mudau oder Fahrt zum Katzenbuckel

Quellen und weiterführende Links

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