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Odenwald-Ausflug

Museen & Geschichte

Michelstadt und Erbach

Michelstadt und Erbach, Odenwaldkreis · Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Zwei Nachbarstädte im Mümlingtal, die kaum drei Kilometer trennen: Michelstadt mit seinem Fachwerk-Rathaus, das auf unzähligen Postkarten zu sehen ist, und Erbach mit dem Schloss der Grafen und der Tradition der Elfenbeinschnitzer.

Das spätgotische Fachwerk-Rathaus von Michelstadt mit spitzen Erkertürmchen
Foto: Maschinenjunge, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Auf einen Blick

Lage
Mümlingtal im Hinteren Odenwald, Odenwaldkreis
Rathaus Michelstadt
1484 erbaut, spätgotisches Fachwerk
Schloss Erbach
Wohnsitz der Grafen zu Erbach-Erbach, mit Sammlungen und Elfenbeinmuseum
Feste
Bienenmarkt zu Pfingsten, Weihnachtsmarkt im Advent
Gut für
Stadtbummel, Museen, Schlechtwettertage

Das Rathaus und die Altstadt von Michelstadt

Das Rathaus wurde 1484 im Stil der Spätgotik gebaut. Es steht auf hölzernen Ständern, das Erdgeschoss ist offen und war von Anfang an Markthalle. Darüber erhebt sich das Fachwerk mit zwei spitzen Erkertürmchen an den Ecken. Lange Zeit war das Fachwerk unter Schindeln verborgen, von 1743 bis 1903. Erst danach bekam das Haus sein heutiges Aussehen zurück. Zum 500. Geburtstag 1984 gab die Bundespost eine Briefmarke heraus.

Rund um den Marktplatz drängen sich Fachwerkhäuser, und die Gassen führen zur Stadtmauer. Am Rand der Altstadt liegt die Kellerei, eine frühmittelalterliche Burganlage, die im 16. Jahrhundert überbaut und in den Mauerring einbezogen wurde. Ihr westlicher Turm heißt Diebsturm, weil er seit etwa 1312 als Gefängnis diente.

Zu Pfingsten findet seit 1954 der Michelstädter Bienenmarkt statt, im Advent der Weihnachtsmarkt, der weit über den Odenwald hinaus bekannt ist. An diesen Tagen ist die Altstadt sehr voll. Wer sie in Ruhe sehen möchte, kommt an einem gewöhnlichen Werktag.

Schloss Erbach

Erbach liegt nur ein paar Minuten mümlingaufwärts. Mitten in der Stadt steht das Schloss der Grafen zu Erbach-Erbach. Die erste Burg war eine Wasserburg auf einer Insel der Mümling, erstmals erwähnt 1303. Das heutige Aussehen geht vor allem auf Umbauten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück.

Besonders sind die Sammlungen. Graf Franz I. zu Erbach-Erbach, der von 1754 bis 1823 lebte, trug antike Büsten, Waffen und Rüstungen zusammen und richtete sie in eigenen Räumen ein. Diese Zimmer sind fast unverändert erhalten. Die Hirschgalerie zeigt eine Sammlung riesiger und ungewöhnlicher Geweihe, die in Europa ihresgleichen sucht. Im Rittersaal hängen Waffen aus Mittelalter und früher Neuzeit und alte Glasfenster.

Die Elfenbeinstadt

Derselbe Graf Franz I. brachte im späten 18. Jahrhundert Elfenbein zu den Drechslern seiner Residenzstadt. Daraus wurde ein Handwerk, das Erbach als „Elfenbeinstadt“ bekannt machte. Seit dem Handelsverbot für Elefanten-Elfenbein verarbeiten die Werkstätten fossiles Elfenbein und andere Materialien. Das Deutsche Elfenbeinmuseum wurde 1966 gegründet und ist seit 2016 im Schloss untergebracht. Es zeigt Schnitzereien aus mehreren Jahrhunderten.

Der Tag in beiden Städten

Zwischen Michelstadt und Erbach führt ein Rad- und Fußweg entlang der Mümling. Wer früh startet, kann am Vormittag die Einhardsbasilika in Steinbach besuchen, danach durch Michelstadt bummeln und am Nachmittag das Schloss besichtigen. Im Wald östlich von Michelstadt liegen außerdem Spuren des Odenwaldlimes. Öffnungszeiten von Schloss und Museum finden Sie bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen.

So kann der Tag aussehen

  1. VormittagEinhardsbasilika in Steinbach, dann Altstadt Michelstadt
  2. MittagEinkehr am Marktplatz, Spaziergang zur Kellerei
  3. NachmittagEntlang der Mümling nach Erbach, Schloss und Elfenbeinmuseum

Quellen und weiterführende Links

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