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Odenwald-Ausflug

Natur & Geologie

Der Katzenbuckel bei Waldbrunn

Waldbrunn-Waldkatzenbach, Neckar-Odenwald-Kreis · Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

626,8 Meter über dem Meer, ein Turm aus rotem Sandstein und darunter das Gestein eines erloschenen Vulkans: Der Katzenbuckel ist der höchste Punkt des Odenwalds und ein kurzer, lohnender Ausflug im badischen Teil des Gebirges.

Der Aussichtsturm aus Sandstein auf dem Gipfel des Katzenbuckels zwischen Bäumen
Foto: Hubert Berberich (HubiB), CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Auf einen Blick

Höhe
626,8 m ü. NHN, höchster Berg des Odenwalds
Lage
bei Waldkatzenbach, Gemeinde Waldbrunn, Baden-Württemberg
Entstehung
erodierter Schlot eines Vulkans, Gestein rund 69,6 Mio. Jahre alt
Aussichtsturm
18 m hoch, 1820 aus Sandstein erbaut
Gut für
kurze Wanderung, Fernsicht, Geologie zum Anfassen

Ein Vulkan im Buntsandstein

Der östliche Odenwald ist ein Land aus rotem Buntsandstein: weite, bewaldete Hochflächen, in die sich Bäche tief eingeschnitten haben. Der Katzenbuckel passt da nicht ganz hinein. Er ist der Rest eines Vulkanschlots, der seinen Durchmesser von etwa einem Kilometer auf der Karte noch erkennen lässt. Als der Vulkan aktiv war, lagen über der heutigen Oberfläche noch mehrere hundert Meter Sedimentgestein. Diese Schichten wurden im Lauf der Jahrmillionen abgetragen. Das harte vulkanische Gestein blieb stehen und bildet heute die Kuppe.

Neuere Messungen datieren das Gestein auf etwa 69,6 Millionen Jahre, also in die späte Kreidezeit. Damit gehört der Katzenbuckel zu den ältesten Zeugen des Vulkanismus am nördlichen Oberrheingraben. Tuffe und kleine vulkanische Bomben zeigen, dass es hier tatsächlich Ausbrüche gab, vermutlich explosive, bei denen aufsteigendes Magma auf Grundwasser traf.

Weg der Kristalle und Katzenbuckelsee

Am Fuß des Bergs liegt der Katzenbuckelsee, ein ehemaliger Steinbruch, in dem vulkanisches Gestein als Schotter abgebaut wurde. Hier beginnt der geologische Lehrpfad „Weg der Kristalle“. Er führt auf etwa anderthalb Kilometern mit Tafeln bis hinauf zum Gipfel und erklärt unterwegs, welche Gesteine und Minerale am Katzenbuckel vorkommen. Für Kinder ist der Pfad kurz genug, und an den Tafeln gibt es immer wieder etwas zu entdecken.

Der Weg ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Geopark Bergstraße-Odenwald Geologie vor Ort erklärt. Ähnlich angelegte Pfade gibt es auch am Felsenmeer, nur mit ganz anderem Gestein.

Der Aussichtsturm

Auf der Kuppe steht der 18 Meter hohe Aussichtsturm, 1820 aus Sandstein gebaut. Weil der Gipfel bewaldet ist, hat man erst von oben eine weite Sicht: über die bewaldeten Rücken des Odenwalds, bei klarer Luft bis zum Spessart und zu den Höhenzügen im Süden. Die beste Sicht hat man an trockenen, kühlen Tagen im Herbst und Winter. An dunstigen Sommertagen bleibt der Horizont oft milchig.

Ganz in der Nähe gab es nach dem Krieg sogar Skisprungschanzen. Der Katzenbuckel war lange ein Wintersportziel der Region. Heute kommen im Winter vor allem Spaziergänger, wenn auf der Höhe Schnee liegt und es unten im Neckartal grau bleibt.

Anfahrt und Kombination

Ausgangspunkt ist Waldkatzenbach am südöstlichen Hangfuß. Von dort sind es bis zum Gipfel je nach Weg zwanzig Minuten bis eine Dreiviertelstunde. Eberbach am Neckar liegt nur rund vier Kilometer Luftlinie entfernt und ist mit der Bahn erreichbar. Wer einen ganzen Tag im Süden des Odenwalds verbringt, kann den Katzenbuckel gut mit der Eberstadter Tropfsteinhöhle bei Buchen verbinden. Auch Reste des Odenwaldlimes liegen in dieser Gegend.

So kann der Tag aussehen

  1. VormittagStart am Katzenbuckelsee, Weg der Kristalle bis zum Gipfel
  2. MittagAussichtsturm, danach Einkehr in Waldkatzenbach
  3. NachmittagWeiterfahrt zur Tropfsteinhöhle nach Buchen-Eberstadt

Quellen und weiterführende Links

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