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Odenwald-Ausflug

Museen & Geschichte

Die Grube Messel

Messel, Kreis Darmstadt-Dieburg · Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

Ein ehemaliger Tagebau nördlich des Odenwalds, in dem man 48 Millionen Jahre alte Urpferdchen gefunden hat. Die Grube Messel war die erste Weltnaturerbestätte in Deutschland und ist ein Ziel, das Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeistert.

Blick in die Grube Messel mit Abbaustufen und bewachsenen Hängen
Foto: Wilson44691, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Auf einen Blick

Lage
bei Messel, nordöstlich von Darmstadt
Alter der Funde
rund 48 Millionen Jahre, Eozän
Welterbe
UNESCO-Weltnaturerbe seit 1995
Besuch
Besucherzentrum seit 2010, Führungen in die Grube, Aussichtsplattform
Funde zu sehen
Besucherzentrum, Fossilien- und Heimatmuseum Messel, Landesmuseum Darmstadt, Senckenberg Frankfurt

Ein See aus einer Dampfexplosion

Vor rund 48 Millionen Jahren war es in Mitteleuropa deutlich wärmer als heute. Bei Messel stieg damals Magma auf, traf auf Grundwasser und löste eine gewaltige Dampfexplosion aus. Zurück blieb ein Krater, in dem sich ein tiefer See bildete. Weil das Wasser kaum durchmischt wurde, war es in der Tiefe sauerstoffarm. Tiere, die auf den Grund sanken, wurden nicht zersetzt, sondern im Schlamm eingebettet. Aus diesem Schlamm wurde später Ölschiefer, und in ihm blieben die Tiere bis in feine Einzelheiten erhalten, oft mit Haut, Federn und Mageninhalt.

Vom Bergwerk zum Welterbe

1859 begann in Messel der Bergbau, zuerst auf Eisenerz, dann auf Braunkohle und schließlich auf Ölschiefer, aus dem man Öl gewann. Schon 1876 fand man ein Krokodilskelett. Der Abbau endete 1971. Danach sollte die Grube eine Mülldeponie werden. Gegen diesen Plan wehrten sich Bürger, auch 55 Einwohner von Messel klagten, und Wissenschaftler setzten sich für die Fundstelle ein. Am Ende kaufte das Land Hessen das Gelände. 1995 erklärte die UNESCO die Grube Messel zum Weltnaturerbe.

Gefunden wurden Vertreter aller großen Gruppen von Wirbeltieren, dazu Insekten und Pflanzen. Am bekanntesten sind die frühen Pferdeverwandten, von denen mehr als 70 Exemplare geborgen wurden. Berühmt wurde auch der frühe Primat Darwinius masillae, den die Presse „Ida“ taufte.

Besuch: Plattform, Zentrum, Führung

Am Rand der Grube steht seit 2010 ein Besucher- und Informationszentrum. Seine Architektur greift die Schichten des Ölschiefers auf, und die Ausstellung führt durch die Erdgeschichte bis zu den Funden. Vom Rand aus ermöglicht eine Aussichtsplattform den Blick in die Grube, auch ohne Führung. Hinunter in die Grube kommen Sie nur mit einer Führung. Sie werden regelmäßig angeboten, sind an Wochenenden aber oft schnell ausgebucht; eine Anmeldung im Voraus lohnt sich.

Wer mehr Fossilien sehen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Im Ort zeigt das Fossilien- und Heimatmuseum Messel im alten Rathaus Funde und die Geschichte des Bergbaus. Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt stellt herausragende Stücke in seiner geologischen Abteilung aus, und das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt hat eine große wissenschaftliche Sammlung.

Gut zu wissen

  • Die Wege in der Grube sind unbefestigt. Feste Schuhe sind Pflicht, bei Regen wird es schlammig.
  • Fossilien sammeln ist auf dem Gelände nicht erlaubt.
  • Messel hat einen Bahnhof an der Strecke von Darmstadt nach Aschaffenburg.

Die Grube liegt nur wenige Kilometer von der Burg Frankenstein entfernt. Eine zweite Welterbestätte der Region ist das Kloster Lorsch. Und wer nach dem Besuch noch mehr Erdgeschichte möchte, findet sie im Felsenmeer.

So kann der Tag aussehen

  1. VormittagBesucherzentrum und Führung in die Grube
  2. MittagFossilien- und Heimatmuseum im Ort Messel
  3. NachmittagFahrt zur Burg Frankenstein, Sonnenuntergang über der Rheinebene

Quellen und weiterführende Links

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