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Odenwald-Ausflug

Ratgeber

Einen Ausflug in den Odenwald planen

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Der Odenwald ist groß genug, dass sich ein bisschen Planung lohnt. Zwischen dem Felsenmeer im Westen und der Tropfsteinhöhle im Südosten liegen gut siebzig Kilometer, und die Landschaft ändert sich unterwegs mehr, als man denkt.

Schematischer Schnitt durch den Odenwald: Rheinebene, kristalliner Vorderer Odenwald, Buntsandstein-Odenwald mit dem Katzenbuckel und Muschelkalk im Bauland Rheinebene Bergstraße Felsenmeer Lindenfels Mümlingtal Katzenbuckel 626,8 m Höhle Kristalliner Odenwald Buntsandstein Muschelkalk West Ost
Schematischer Schnitt von West nach Ost, nicht maßstäblich. Eigene Grafik.

Wo der Odenwald liegt

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge, das sich auf drei Bundesländer verteilt: Südhessen, das nördliche Baden in Baden-Württemberg und Unterfranken in Bayern. Seine höchste Erhebung ist der Katzenbuckel mit 626,8 Metern. Im Westen bricht das Gebirge an der Bergstraße steil zur Rheinebene ab, auf rund 65 Kilometern zwischen Darmstadt und Wiesloch. Im Norden läuft es allmählich in die Ebene am Main aus, im Osten bildet das Maintal die Grenze zum Spessart, im Süden schneidet der Neckar ein tiefes Tal hinein.

Man unterscheidet grob zwei Teile. Der Vordere Odenwald im Westen besteht aus kristallinem Gestein wie Granit und Diorit. Hier ist die Landschaft kleinteilig, mit Kuppen, Tälern und Blockfeldern wie dem Felsenmeer. Der Hintere Odenwald im Osten ist aus rotem Buntsandstein aufgebaut: weite, bewaldete Hochflächen mit tief eingeschnittenen Tälern. Die wichtigsten Täler laufen in Nord-Süd-Richtung, im Westen Weschnitz und Gersprenz, im Osten die Mümling mit Michelstadt und Erbach. Mitten im Gebirge liegt der Odenwaldkreis, der einzige Landkreis, der vollständig zum Odenwald gehört.

Der Geopark

Ein großer Teil der Region gehört zum Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Er umfasst rund 3.800 Quadratkilometer zwischen Rhein, Main und Neckar und trägt seit 2015 den Titel UNESCO Global Geopark. Innerhalb seiner Grenzen liegen mehrere Welterbestätten, darunter die Grube Messel und das Kloster Lorsch. Der Geopark hat zahlreiche Lehrpfade und Infostellen eingerichtet, die die Geologie vor Ort erklären. Eine Übersicht bietet die Website des Geo-Naturparks.

Anreise mit Bahn und Auto

Viele Ziele sind ohne Auto erreichbar. An der Bergstraße fahren Züge zwischen Darmstadt und Heidelberg, von dort kommt man mit dem Bus ins Lautertal und zum Felsenmeer. Lorsch und Messel haben eigene Bahnhöfe. Die Odenwaldbahn verbindet Darmstadt und Frankfurt mit Michelstadt und Erbach und fährt weiter bis Eberbach am Neckar. Für Ziele abseits der Bahn, etwa den Katzenbuckel oder die Limes-Wege, ist das Auto oft bequemer. Busverbindungen gibt es, am Wochenende aber in größeren Abständen.

Mit dem Auto erreichen Sie den Westrand über die Autobahnen entlang der Bergstraße, den Hinteren Odenwald über Bundesstraßen durch die Täler. Rechnen Sie im Gebirge mit kurvigen Strecken und planen Sie mehr Zeit ein, als das Navi angibt.

Wandern: Nibelungensteig und andere Wege

Der bekannteste Fernwanderweg ist der Nibelungensteig. Er führt auf etwa 130 Kilometern von Zwingenberg an der Bergstraße bis Freudenberg am Main und ist in sieben Etappen von 13 bis 28 Kilometern eingeteilt. Unterwegs sind rund 4.000 Höhenmeter zu bewältigen, der größte Teil verläuft auf naturbelassenen Pfaden durch den Wald. Seit 2008 trägt er das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Das Wegzeichen ist ein rotes N auf weißem Grund. Die erste Etappe führt über den Melibokus und durch das Felsenmeer bis nach Lindenfels, eine der schönsten Tageswanderungen der Gegend.

Daneben unterhält der Odenwaldklub ein dichtes Netz markierter Wege. Für Tagesausflüge eignen sich auch die Pfade entlang des Odenwaldlimes, die über die Höhen laufen und deshalb wenig Steigung haben. Infos zu Etappen und Unterkünften gibt es auf der Seite des Nibelungensteigs.

Welches Ziel zu welcher Jahreszeit

JahreszeitWas gut passtWorauf achten
FrühlingAn der Bergstraße blühen Obstbäume früher als im übrigen Land. Felsenmeer und Burgen am Westrand sind dann besonders schön.Ostern und an langen Wochenenden sind die bekannten Ziele voll.
SommerSchattige Waldwege, die kühle Tropfsteinhöhle, Abende auf der Burg Lindenfels.Mittags sind offene Höhen heiß, Wasser mitnehmen.
HerbstKlare Fernsicht vom Katzenbuckel, bunte Buchenwälder, Weinlese an der Bergstraße.Nasses Laub macht die Blöcke im Felsenmeer rutschig.
WinterAltstädte wie Michelstadt mit dem Weihnachtsmarkt, Museen, Schnee auf den Höhen.Manche Häuser haben im Winter eingeschränkte Öffnungszeiten.

Was in den Rucksack gehört

  • Feste Schuhe mit Profil. Felsen, Waldwege und Höhlen sind oft feucht.
  • Eine leichte Jacke, auch im Sommer. Auf den Höhen und in Höhlen ist es kühler als im Tal.
  • Getränke und etwas zu essen. Nicht jede Burg und nicht jeder Turm hat eine Einkehr, und manche Gasthäuser haben Ruhetage.
  • Eine Wanderkarte oder eine Karten-App mit Offline-Daten. Im Wald ist der Mobilfunkempfang stellenweise schwach.

Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreise ändern sich. Prüfen Sie sie vor dem Ausflug direkt bei den Betreibern. Alle Ziele dieser Seite finden Sie nach Rubriken geordnet in der Übersicht der Ausflugsziele.

So sieht das Wegzeichen des Nibelungensteigs aus: ein rotes N auf weißem Grund.

Quellen und weiterführende Links

Gute Ziele für den Anfang