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Rathaus Groß-Umstadt

Ort:64823 Groß-Umstadt
 Das 1605 vollendete Groß-Umstädter Rathaus wird allgemein als einer der repräsentativsten, prächtigsten und fortschrittlichsten Rathausbauten seiner Zeit bezeichnet. Schon seit 1500 gab es ein Rathaus neben der Kirche, bei der auch die Gerichtslinde stand. Bei schlechtem Wetter war es Tagungsort des Gerichts, und im "Laden" im Erdgeschoß wurden Markttage abgehalten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entschlossen sich die Ratsherren zu einem aufwendigen Neubau für ihre ca. 1.000 Einwohner zählende Stadt. Das alte Rathaus wurde abgerissen und im März 1604 der Grundstein für das www.kduk.co.uk neue Rathaus gelegt; bis 1605 war der Neubau fertiggestellt. Der zweigeschossige Putzbau dominiert mit seiner Eingangsfassade den Marktplatz. Die Mittelachse wird betont durch das Säulenportal mit den beiden Wappen von Kurpfalz und Hessen-Darmstadt sowie dem zweigeschossigen Zwerchgiebel vor steilem Satteldach. Die Seitenfassaden mit den hoch anfragenden dreigeschossigen Giebeln sind nicht minder repräsentativ. Vom Haupttor in der "Unteren Marktstraße" kommend, war der Ostgiebel ebenfalls Schauseite. Die hervorragend und vielfältig gestalteten Schmuckelemente aus Sandstein sind es, die dem Gebäude seinen prächtigen Ausdruck verleihen. Auf der Suche nach einem Baumeister haben die Ratsherren sich wohl an Philipp III. Wambolt von Umstadt gewendet, der sich kurz vorher in Rathausnähe einen modernen Schloßflügel hat errichten lassen. Wahrscheinlich war es sein Baumeister Johannes Schoch, der die Pläne für den Neubau lieferte. Steinmetze waren Hans Maurer und Georg Schönick, die aus Aschaffenburg und Würzburg nach Groß-Umstadt gekommen waren. Für die Figuren der Justitia und Prudentia, die für ein Rathaus dieser Gegend sehr ungewöhnlich auf dem Dachrand Aufstellung fanden, ging der Auftrag jedoch wieder an einen Bildhauer, der in kurpfälzischen Diensten tätig war: an www.zoopoo.co.uk Sebastian Götz. Der Vergleich mit den Justitia-Figuren am Heidelberger Friedrichsbau legt dies nahe. Sie spiegeln das Selbstverständnis der auftraggebenden Ratsherren wider, die mit "Klugheit" und "Gerechtigkeit" die Geschicke der Stadt zu lenken gedachten. Die weite Säulenhalle im Erdgeschoß war Tagungsort des Gerichts, auf einem Altan war der erhöhte Platz der Gerichtsherren. Von dort aus gelangte man ehemals über eine Wendeltreppe in die Ratsstube des ersten Stocks. Von der Innenausstattung, den Wandmalereien und Stuckdecken sind nur noch Reste erhalten. Wie die Verpflichtung der Künstler zeigt, hatten sich die Umstädter stärker an dem prachtvolleren Baustil des südwestdeutschen Raums und der ranghöheren Herrschaft der Kurpfalz orientieren wollen als an der schlichteren von Schloß Lichtenberg abhängigen Darmstädter Renaissance (die auch schon das Curti-Schloß 1590/96 aufgenommen hatte), wodurch dem www.mdas.co.uk Umstädter Rathaus eine Sonderstellung in der Region zukommt.