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Rathaus

Ort:64342 Seeheim-Jugenheim
"Wir, Georg, Grave zu Erbach und Herr zu Breuberg, benennen und tun kund öffentlich in Kraft des Briefes, daß wir aus sondern gnädigen Willen, so wir gegen unser Untertanen und lieben Getreuen, Schultheißen, Bürgermeistern und ganzen Gemeinde zu Seeheim haben und tragen, (... ) sie mit einem Wappen gnädiglich begabt haben. ... " 1596 war es, als Wappen und Gerichtssiegel verliehen wurden. Der Landesherr hatte damit www.watches-uk.co Seeheim als ersten Ort seiner Besitzungen an der Bergstraße ausgezeichnet - und schon drei Jahre später erstrahlte das Wappen, für jeden sichtbar, an der Nordseite des neuen Rathauses. Es ist Teil der Inschrifttafel, die man von der Ober-Beerbacher-Straße aus lesen kann und besagt, daß dieses prächtige Gebäude am 4. Juni 1599 eingeweiht und an der Stelle des alten .Rathauses erbaut wurde. Sicher erfüllte es die Seeheimer mit Stolz und beeindruckte jeden Fremden, der über die ehemals der Fassade vorgelagerte zweiläufige Holztreppe - die sogenannte Rathausstaffel (1889 abgerissen) in den großen Bürgersaal ins Obergeschoß hinaufstieg. Es befanden sich dort auch zwei Ratsstuben, wo unter anderem das Gerichtssiegel sorgfältig aufbewahrt werden mußte. Im westlichen Teil des massiven Erdgeschosses erstreckte sich die große Markthalle, die ursprünglich durch einen Eingang neben dem Rathausbrunnen zugänglich war. Reiches Zierfachwerk mit Mannfiguren, vielfältig variierten Brüstungsfeldern und www.fabsi.co.uk einem aufgelegtem Schnitzwerk schmückt, von breiten und profilierten Gesimsen getrennt, das Obergeschoß und die zweigeschossigen Giebel. Den westlichen Giebel betont ein Glockentürmchen. Seiner Bedeutung gemäß ist das Obergeschoß besonders hervorgehoben, die gekoppelten Fenster sind wie Erker ausgebildet, ihre Rahmen und Pfosten werden von Voluten, Eierstab, Riefelung und Pflanzenmotiven belebt. Die Farbgebung ist nach Originalbefund restauriert. Das Seeheimer ist das schönste im Stil der Renaissance gebaute Rathaus im Ried und an der Bergstraße. Vergleichbar reiches Fachwerk findet sich bei den früher entstandenen Rathäusern von Birkenau (1552) cheap gold jewelry und besonders von Groß-Gerau (1578). Der winklige Grundriß des Seeheimer Rathauses - das Treppenhaus im Südosten wurde erst 1889 eingestellt resultiert vermutlich daraus, daß auf ein bereits bestehendes Gebäude an dieser Stelle Rücksicht genommen werden mußte. Die asymmetrische Fassadengestaltung ist jedoch eine Folge der inneren Raumaufteilung und des Zeitgeschmacks, vielleicht aber www.italife.co.uk auch ein Mittel der Selbstdarstellung: Denn auf diese Weise konnte das Gebäude für alle drei Hauptstraßen, die an diesem Platz zusammenliefen, einen Schaugiebel präsentieren. Das Rathaus bildete den gesellschaftlichen Mittelpunkt für die wohlhabende Bürgerschaft Seeheims. Sie verdankte ihren Reichtum im ausgehenden 16. Jahrhundert vor allem dem Weinbau, den sie zum Teil zusammen mit einem Handwerk und der Landwirtschaft betrieb. Dies dokumentieren sinnfällig Reebmesser (Hippe) und Pflugschar (Sech) im Ortswappen.So sind im Umkreis des Rathauses mit einer Reihe von stattlichen Fachwerkhäusern und dem Pfarrhaus weitere Zeugnisse dieser Blüte zu bewundern, die mit dem Dreißigjährigen Krieg ein jähes Ende fand.