Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in /kunden/166597_64711/webseiten/odenwald-ausflug/suche_neu.php on line 24

Kloster

Ort:64653 Lorsch
Um 764 gründeten Graf Cancor und seine Mutter Williswinth ein Kloster an der Weschnitz, das Altenmünster, und Benediktinermönche vom lothringischen Kloster Gorze haben es besiedelt. Die Überführung der Reliquien des Märtyrers Nazarius nach Lorsch 765 begünstigte den Aufschwung enorm. Kurz darauf machte Thurincbert, Cancors Bruder, dem Kloster eine großzügige Grundstücksschenkung neben einer kleinen Siedlung auf der Neckardüne, und hier wurde umgehend ein neues gebaut, das dem König (Karl dem Großen) unterstellt wurde und 774 geweiht werden konnte. In den Folgejahren wurde weiter an den Klostergebäuden gebaut. König Ludwig der Deutsche (gest. 876) wünschte, hier begraben zu werden. So entstand vor dem Altarraum der Klosterkirche eine Gruftkirche (ecclesia varia), die als Grablege für mehrere Mitglieder des karolingischen Königshauses diente. 1090 sind die Klostergebäude abgebrannt, aber bald darauf erfolgte der Wiederaufbau mit der Kirchenweihe 1130. Das Klosterleben geriet jedoch in Verfall, 1228 wurde der Abt seines Amtes enthoben, und das Kloster wurde an den Mainzer Erzbischof und Kurfürsten übertragen. Der weltliche Besitz wurde ihm bis 1232 gleichfalls zugesprochen. 1248 wurde hier eine Propstei des Prämonstratenserordens eingerichtet. 1556, im Zuge der Reformation und durch den Einfluß der Kurpfalz, ist das Klosterleben endgültig erloschen. Die Baulichkeiten verfielen und wurden zur Wiederverwendung als Baumaterial abgerissen und die Kirche als Speicher zweckentfremdet. Der Mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn erbaute zur Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem Klostergelände ein Jagdhaus, das später ein Forsthaus werden sollte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlaßte der Großherzog von Hessen-Darmstadt den Ankauf des Klosters durch den Staat, um es auf diese Weise zu erhalten. Mehrere archäologische Ausgrabungen, Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen wurden seither durchgeführt. Das Kloster Lorsch ist heute das wohl bedeutendste Bau- und Kulturdenkmal der Region. Die karolingische Torhalle ist einzigartig in Deutschland. Für Historiker sehr wichtig ist der "Lorscher Codex" der berühmten Klosterbibliothek. In dieser Schrift sind alle Schenkungen an das Kloster verzeichnet, und somit findet sich hierin die erste urkundliche Nennung zahlreicher Orte der näheren und weiteren Umgebung. Viele Gemeinden konnten daher in den letzten Jahren ihre 1200-Jahrfeier begehen. Für die Medizingeschichte hochinteressant ist ein heute in Bamberg befindlicher Codex mit Arzneirezepturen gegen die unterschiedlichsten Krankheiten und Schmerzen. Aus diesem Grund ist in den Parkanlagen im Bereich der ehemaligen Klausurgebäude wieder ein Kräutergärtchen nach altem Vorbild angelegt worden. Das Klosterareal war von einer Mauer umgeben, die bruchstückhaft erhalten ist. Durch das (verschwundene) Westtor führte der Weg auf die Torhalle zu, auch Königshalle oder Michaelskapelle genannt, die aus karolingischer Zeit (8./ 9. Jhrh.) stammt. Sie zählt neben der Einhardsbasilika in Steinbach bei Michelstadt zu den ganz wenigen gut erhaltenen Bauwerken dieser Epoche. Das Gebäude auf rechteckigem Grundriß ist von zwei runden Treppentürmen seitlich flankiert. Das Erdgeschoß öffnet sich in drei Arkaden. Durch verschiedenfarbige Materialien ist die Außenfassade sehr dekorativ gestaltet, die Schmuckelemente erinnern teilweise an die römische Antike, doch wird hier auch der Beginn einer ganz anderen, neuen Epoche deutlich. Das Obergeschoß war innen in karolingischer Zeit mit einer Architekturmalerei mit Säulenstellungen auf einer Sockelzone ausgestattet. Im 14. Jahrhundert, als der Raum als Kapelle diente, erfolgte eine Übermalung im gotischen Stil mit figürlichen Motiven:musizierende Engel, Szenen mit der Muttergottes, dem Schmerzensmann und Gottvater sowie eine Marienkrönung. Die Halle lag bereits innerhalb des Atriums, das sich zur Kirche hinzog. Die Kirche war dreischiffig, mit gerade geschlossenem Altarraum. Gelobt wurde immer wieder ihre prächtige Innenausstattung, gerade der Altarraum mit den Nazariusreliquien soll sehr kostbar ausgestattet gewesen sein. Erhalten sind lediglich die drei westlichen Joche des romanischen Mittelschiffs, die Öffnungen zwischen den Pfeilern sind zugesetzt. In diesem Raum werden jetzt Architekturteile aus dem Klosterbereich, insbesondere aus romanischer Zeit, gezeigt. Aus dem Kloster Hagen stammt der hier aufgestellte sogenannte "Siegfriedsarkophag", und ein anderer Sarkophag, mit einer Pilasterarchitektur geschmückt, könnte der von Ludwig dem Deutschen sein; er stammt aus dem Bereich der Gruftkapelle. Diese, auch ecclesia varia genannt, schloß sich östlich an die Kirche an und hatte eine halbrunde Apsis. Kirche, Gruftkapelle wie auch der sich südlich anschließende Kreuzgang mit den Klausurgebäuden sind durch gärtnerische Gestaltung nachvollziehbar. Südlich des erhaltenen Kirchenrests liegt das barocke kurfürstliche Jagdhaus, Hier ist eine Ausstellung zur Klostergeschichte untergebracht.air max pas cher nike air max pas cher