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Burg Stein (Burg Zullestein)

Ort:68647 Biblis
Beim Bau des knapp 1,5 Kilometer entfernten Atomkraftwerks konnten im Steiner Wald auf dem "Schloßbuckel" beim Weschnitzufer, wo man die bei Matthäus Merian 1645 abgebildete staufische Burg wußte, von 1970 bis 1972 archäologische Ausgrabungen vorgenommen werden. Sie brachten große Überraschungen: Die mittelalterliche Veste Stein steht nicht nur auf dem karolingischen Zullestein, sondern die Römer hatten an dieser Stelle bereits einen Burgus errichtet. Spätestens unter Valentinian I. (364375), als der Rhein bereits 100 Jahre lang die Grenze des römischen Reichs bildete, wurden zur Sicherung - auch auf dem rechten Rheinufer als Pufferzone - Befestigungsanlagen mit Schiffsanlegestelle erbaut. In nächster Nähe zum Rhein, auf einem Hügel in der letzten Schleife der Weschnitz, wurde ein mehrgeschossiger Burgus auf einer rechtek-kigen Grundfläche von 21,3 mal 15,1 Meter errichtet. Dieser wehrhaft ausgebaute Turm diente als Lagerraum und als Quatier für die hier stationierten Soldaten, die sowohl den Rhein als auch die Straße in das bisweilen feindliche Hinterland kontrollierten. An den Schmalseiten des Gebäudes schlossen sich Flügelmauern an, die an kleinen Ecktürmchen rechtwinklig zum Ufer abknickten. So entstand ein sicherer Schiffsanlegeplatz von 42 Meter Länge; der Hof zum Ufer war befestigt. Ein Verteidigungsgraben (Berme und Spitzgraben)umschloß die Anlage auf drei Seiten.Vielleicht hat man von diesem Platz zu Beginn des vierten Jahrhunderts das Steinmaterial aus dem Felsenmeer (siehe Lautertal) auf Schiffe verladen. Schon bald nach 400 n. Chr. hat man replica watches uk diese kleine Befestigung aufgegeben, und sie ist allmählich verfallen. Das römische Mauerwerk ist Mischmauerwerk, aber es besteht weitgehend aus Sandstein. Der Burgus ist einer der ganz wenigen sichtbaren römischen Bauwerke im heutigen Kreis Bergstraße. Zur Zeit Karls des Großen, 806, erscheint die "villa Zullestein" als Schenkungsobjekt an das Kloster Lorsch (siehe dort), sie hat damals wohl schon mehrere Jahre gestanden.Die Mauern des Burgus wurden beibehalten, und er wurde nach Süd(west)en verlängert. Den Abschluß bildet über dem abgetragenen südlichen Ecktürmchen aus der Römerzeit ein quergestellter Saalbau. Daran schließt sich nach Osten eine Kapelle mit halbrunder Apsis an. Andere Urkunden des neunten Jahrhunderts nennen die hier vorhandenen Hafenanlagen. Am Ende des zehnten Jahrhunderts soll die fränkische Burganlage, der inzwischen mit Marktrechten ausgestattete "locus Stein", in den Besitz des Wormser Bischofs übergegangenen sein. Das karolingische Mauerwerk läßt sich durch die kleinformatigen, unregelmäßigen Kalksteine gut erkennen. Die nächste Nachricht stammt von 1232. Damals entstand der bei Merian abgebildete Bergfried im nördlichen Bereich des Burgus, ein Rundbau auf einem rechteckigen Fundament; er omega replica watches ist bis auf die Grundmauern beseitigt. Die Kapelle wurde neu und größer erbaut; hier erkennt man das spätstaufische Mauerwerk an den großen, gleichmäßigen Sandsteinquadern. Diese Anlage war von einem doppelten Graben umgeben, den man teilweise nachvollziehen kann. Seit 1386 war die Kurpfalz durch Verpfändung Mitbesitzerin der Festung. Im Dreißigjährigen Krieg, als sie zwischen 1621 und 1631 von den Spaniern unter Don Corduba besetzt war, ließ dieser einen noch gut erkennbaren, halbkreisförmigen Erdwall mit Bastionen im Süden und Westen aufschütten, um mit der Artillerie die Burg besser verteidigen zu können. Als sie dann 1631 zerstört worden war, hat man sie zwar alsbald wieder aufgebaut, aber schon 1657 wurde ihr Abbruch von der Kurpfalz verfügt. Die Festung hatte nicht nur strategische Bedeutung, sie war auch bis 1688 Verwaltungssitz des Amtes Stein, das zum weltlichen Territorium des Wormser Bischofs gehörte - mit den Orten Nordheim und Hofheim, zeitweise mit Bobstadt und Lampertheim. Das Interessante an der Burg Stein ist, daß an breitling replica uk einem Platz Reste von Gebäuden und Befestigungsanlagen aus vier Epochen, von der Römerzeit bis in die frühe Neuzeit, sichtbar sind und wesentliche Epochen unserer Geschichte widerspiegeln. Hinweistafeln vor Ort erläutern die freigelegten Mauerzüge. In der Umgebung der Burg Stein bzw. auf dem Weg zu ihr gibt es einiges Interessante zu sehen. Bei der Anfahrt zum Rhein, wenn man den Damm überquert, sieht man - geschätzt hinter dem Damm - das alte Fährhaus stehen, das wie eine kleine Burgwirkt. Es wurde um 1900 erbaut und ist in dieser Art das einzige am Rheinufer im Bereich des Kreises Bergstraße. Nach dem Fußmarsch am Rhein entlang steht auf dem Hochwasserdamm im Wald ein Dammwachthäuschen, daneben aus Sandstein der Rottenbezirksstein, der auf die Zuständigkeit der Dammwache Nordheim hinweist. Er wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt.